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DIY Videoproduktion aus dem Home Office

DIY Videoproduktion aus dem Home Office

by Nadia Holdener -
Number of replies: 2
Ich verbringe gerade einen grossen Teil meiner Arbeitszeit auf Zoom, Skype, etc - und Zoom wird für viele von uns in den nächsten Wochen wohl zu einem der wichtigsten Unterrichtsinstrumente. Gemäss dem von Franziska geposteten Bild, sollten wir aber v.a. auf Asynchrones Lehren und Lernen setzen. Deshalb hier ein paar Tipps zur Produktion von Videos, die ihr danach als On Demand Video zur Verfügung stellen könnt.

1) Mit eurem Smartphone habt ihr das wichtigste Stück Technik, nämlich eine Kamera auch im Home Office zur Hand.
(Mit Smartphones lassen sich professionelle Videos produzieren. Es wurden schon Kinofilme auf Smartphones gedreht.)

2) Das Wichtigste ist und bleibt der Inhalt - und den kennt und könnt ihr ja. Ihr müsst ihn lediglich adaptieren. Hier die Faustregel - lieber kurz und knapp. Ein paar prägnante Sätze direkt in die Kamera gesprochen und mit weiterem Lehrmaterial ergänzt, statt die klassische 60 Minuten Vorlesung mit einer Kamera und aus nur einer Perspektive abgefilmt.

3) Schenkt dem Ton Beachtung, denn er ist mindestens so wichtig wie das Bild. Hilfreich ist ein externes Mikrofon zu haben. Zur Not tut es aber auch der beim Smartphone mitgelieferte Kopfhörer. (Dieser verfügt ja auch über ein Mikrofon.) 

4) Sorgt für ein ruhiges Bild. Das Smartphone bei der Aufnahme also besser nicht in der Hand halten, sondern auf ein Stativ stellen. Statt einem klassischen Stativ kann man sich auch zwei Einschnitte in den Boden eines Pappbechers machen und das Smartphone da einklemmen. Weiter Möglichkeiten sind z.B. ein Notenständer, das Bücherregal oder für ganz Mutige, das an die Wand kleben des Smartphones mittels Klebeband.

5) Falls ihr euch selber filmt und die Student*innen direkt ansprechen wollt, dann schaut direkt in die Kamera (in die Linse) und nicht (falls ihr die Selfie Cam verwendet) euch selber an. 
(Übrigens: die Frontkamera ist immer besser, als die Selfiecam. Bei neueren Modellen sind aber meist beide Kameras gut.)

6) Alles was im Bild zu sehen ist, wird auch gesehen: Schaut also dass es keine störenden Elemente im Hintergrund hat. Schriften (z.B. auf auf Buchrücken) werden von den Zuschauer*innen immer gelesen.

7) Noch viel stärker als im Präsenzunterricht, kommuniziert ihr auch mit eurer Mimik und Gestik und eurer Kleidung. Schenkt also auch dem Beachtung.

8) Ein Wort zu den Einstellungen (auf iOS in der Einstellungs-App auf Android in den Einstellungen direkt in der Kamera- App) Das sogenannte FullHD, also 1920x1080 oder 1080p (30fps) ist in der Regel völlig ausreichend. Wenn ihr in 4K produziert braucht ihr 4x mehr Speicherplatz. 

9) Um zu vermeiden, dass ihr oder das was ihr filmt unscharf ist, oder sich die Blende während der Aufnahme verändert (= das Bild heller und dunkler wird), könnt ihr die AE/AF Sperre betätigen. Dazu in der Kamera-App länger auf den Bildschirm tippen und dabei auf das zu filmende Objekt oder Person zeigen. Es erscheint ein Viereck oder Kreis und eine Einblendung "AE/AF Sperre" oder ähnlich. Damit ist die Automatik der Kamera deaktiviert, Schärfe und Blende werden nicht mehr verstellt, bis ihr wieder auf den Bildschirm tippt. 

10) Schneiden könnt ihr euer Video ebenfalls direkt auf dem Smartphone oder alternativ auf dem Computer. Empfehlen kann ich z.B. Adobe Rush, welches sowohl auf iOS und Android, wie auch auf Mac und Windows verfügbar ist. (Besonders praktisch: dank Cloud, könnt ihr z.B. auf dem Smartphone mit dem Schnitt beginnen und auf dem Laptop weiterarbeiten.)

Extratipp: Es braucht am Anfang etwas Überwindung, v.a. wenn man selber vor die Kamera steht. Aber es kann durchaus auch ganz viel Spass machen. Viel Erfolg!

Als weitere Ressource kann ich euch noch https://mobilejournalism.ch empfehlen. die Bachelorarbeit von Adam Keel bei Cast / Audiovisual Media hat super Tutorials, wie man mit dem Smartphone sowohl Audio als auch Videoproduktionen erstellen kann.



In reply to Nadia Holdener

Re: DIY Videoproduktion aus dem Home Office

by Renato Soldenhoff -
Liebe Nadia,
herzlichen Dank für den sehr wertvollen Beitrag!
Wir können viel daraus ziehen und werden weiter damit arbeiten!
Lieber Gruss.renato