Fast scheint es nicht der Rede wert, dass in der Auseinandersetzung mit Kunst unter anderem eben genau das, das Reden, ganz zentral ist. Das Reden, nicht das Sprechen. Und natürlich das Schreiben. Sprache also, die zu finden uns zurecht oft schwerfällt. Dabei ist Sprache, bevor sie zur Artikulation wird, auch, und womöglich besonders im Umgang mit Werken der Kunst, «Arbeit am Gedanken», um Friedrich Dürrenmatts zu zitieren. Und in dieser ebenso lohnenswerten wie aufregenden Arbeit wollen wir uns erproben und selbst kennenlernen.

Ausgehend von den klassischen Methoden der Kunstgeschichte soll im Modul über das Sehen Sprache erfahren, verstanden, gefunden und geübt werden: Wie finden wir eine Sprache zwischen Kunstbeschreibung und Beschreibungskunst? Was unterscheidet eine Bildbeschreibung von einer Ekphrase? Wie finden wir eine Sprache, die mit dem Werk, seiner Analyse, uns selbst und unseren Rezipient:innen gleichermassen zu tun hat? Wer antwortet wem auf die Fragen, die Kunst angeblich aufwirft? Wer verantwortet diese Fragen? Und wie kann all das (insbesondere dann, wenn wir glauben nichts zu wissen) zu einem besseren Verständnis beitragen?

Im Modul üben wir uns in der gar nicht so einfachen Betrachtung von Kunstwerken. Der Lesbarkeit von Kunst. Darin, gemeinsam über Kunstwerke zu reden. Darin, individuell über Kunstwerke zu schreiben. Darin, von der Sprache wieder zum Kunstwerk zu gelangen. Und bei alledem schlicht darin, mit Kunstwerken einen Umgang zu finden.