(E)
This seminar fosters a transdisciplinary dialogue between quantum physics and the performing arts. The laws that govern the microscopic world are counterintuitive and difficult to represent, making their beauty and strangeness often inaccessible. Although scientists rely on quantum mechanics to predict experiments and develop new technologies, a deeper understanding remains elusive. This gap has also shaped the way quantum phenomena are communicated to the wider public, often giving rise to distortions, misconceptions, and fantasies.

To delve into the quantum realm, we will begin with a blackboard lecture introducing central experiments that capture key quantum phenomena: wave–particle duality, uncertainty, entanglement, unpredictability, and the role of the observer. These inputs will open space for questions, collective reflection, and discussion. Building on this, we will explore connections between the “observer effect” in quantum physics and the role of the spectator in performance, as well as between theatricality and reality. In the quantum realm, a system behaves differently when observed: the act of observation is fundamental to the nature of reality.

After reviewing some artistic projects inspired by quantum concepts, we will turn to our own explorations. Through collective readings, daily movement practices, and group work, participants will be invited to translate quantum phenomena into performative experiments and representations.

By tracing these connections, we—drawing on backgrounds in quantum physics and the performing arts—aim not only to deepen understanding of the quantum realm but also to open it toward artistic practice. Uncertain Encounters seeks to weave scientific and artistic inquiry into other forms of knowledge, resonance, and experimentation.

Johanna Fuks is a physicist specializing in quantum physics; Lea Loeb is a dramaturg and a member of the programme board of the Zürcher Theater Spektakel.

(D)
Ausgangspunkt dieses Seminars ist ein transdisziplinärer Dialog zwischen Quantenphysik und darstellender Kunst. Die Gesetze, die die mikroskopische Welt bestimmen, sind kontraintuitiv und schwer darstellbar – ihre Schönheit und Fremdheit bleiben dadurch oft unzugänglich. Auch wenn Wissenschaftler:innen sich auf die Quantenmechanik stützen, um in Experimenten Vorhersagen zu treffen oder neue Technologien zu entwickeln, so ist ein tieferes Verständnis nach wie vor schwer zu erreichen. Diese Kluft prägt auch die Art und Weise, wie Quantenphänomene der breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden – oft führt sie zu verzerrten oder missverständlichen Darstellungen oder zu einer Vermischung von Wissenschaft und Imagination.

Um in das Quantenreich einzutauchen, beginnen wir mit einer Tafelpräsentation, in der zentrale Experimente vorgestellt werden, die grundlegende Quantenphänomene veranschaulichen: Welle-Teilchen-Dualität, Unschärferelation, Verschränkung, Nichtvorhersagbarkeit und die Rolle der Beobachtung. Diese Impulse eröffnen Raum für Fragen, gemeinsame Reflexion und Diskussion. Darauf aufbauend erkunden wir Verbindungen zwischen dem „Beobachtereffekt“ in der Quantenphysik und der Rolle des Publikums in der Performance, ebenso wie zwischen Theatralität und Realität. Im Quantenreich verhält sich ein System anders, sobald es beobachtet wird – der Akt der Beobachtung ist grundlegend für die Beschaffenheit der Wirklichkeit.

Nach der Betrachtung einiger künstlerischer Projekte, die von quantenphysikalischen Konzepten inspiriert sind, wenden wir uns unseren eigenen Erkundungen zu. Durch gemeinsame Lektüren, tägliche Bewegungspraktiken und Gruppenarbeit sind die Teilnehmenden eingeladen, Quantenphänomene in performative Experimente und Darstellungsformen zu übersetzen.

Indem wir diese Verbindungen nachzeichnen, wollen wir – ausgehend von den Hintergründen der Lehrpersonen in Quantenphysik und darstellender Kunst – nicht nur das Verständnis des Quantenreichs vertiefen, sondern es auch für künstlerische Praxis öffnen. Uncertain Encounters sucht danach, wissenschaftliche und künstlerische Forschung zu verweben und in andere Formen von Wissen, Resonanz und Experimentieren zu überführen.

Johanna Fuks ist Physikerin mit Schwerpunkt Quantenphysik; Lea Loeb ist Dramaturgin und Mitglied der Programmgruppe des Zürcher Theater Spektakels.