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Spekulatives Design und sogenanntes „Futuring“ sind in aller Munde; Design wird als zukunftsweisende Disziplin zunehmend popularisiert, mögliche Heilsversprechungen inklusive.
Doch sind Zukunftsentwürfe nicht eher Projektionsflächen gegenwärtiger Fragen und Spannungsfelder? Oder vermitteln sie nicht sogar Themen, deren Ursprünge im Sinne einer conditio humana weit in die Vergangenheit zurückreichen?
Als ein Leitmedium für die Vermittlung solcher Fragen kann der Science Fiction Film betrachtet werden, der Hoffnungen, Sehnsüchte, Vorstellungen von technologischen Fortschritten, aber auch Ängste und Zweifel einer bestimmten Zeitschicht quasi unter dem Brennglas betrachtet auf die Leinwand projiziert. Hierbei lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Ausstattungsästhetik, die sich ihrerseits semantisch im Spannungsfeld zwischen einem positivistischen Modernismus, einem biomechanoiden Skeptizismus, architektonischem Futurismus oder schrillem Camp bewegt. 

Nebst einer Design- und Architekturgeschichte der filmischen Zukünfte und der Frage, welche gegenseitigen Rückkoppellungen zwischen Filmentwürfen und solchen für die Realität bestehen, kreist das Seminar um verschiedene klassische Erzählungen und Motive des Science Fiction Films, die ihrerseits historisch aufgerollt und anhand vieler Beispiele betrachtet und auf ihre Relevanz für die Gegenwart befragt werden. Kanonische Werke werden kritisch auf ihre Vermittlung von sozio-kulturellen Stereotypen befragt und stehen Seite an Seite mit unbekannteren Filmen und Beiträgen aus der Rubrik des Trash.

Wichtiger Hinweis: Die im Seminar gezeigten Filmsequenzen können aus heutiger Zeit bezüglich Gewaltdarstellungen, damaliger Auffassungen von Geschlechterstereotypen sowie Auffassungen von "race" irritieren. Zudem handelt es es sich bei Science Fiction um ein ursprünglich westliches Genre, weshalb gerade bei einer historischen Rückschau diese westliche Position im Fokus stehen wird.
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