Einschreibeoptionen

Wissen ist eine elementare Ressource für unser menschliches Zusammenleben. Ohne Wissen finden wir uns nicht im Alltag zurecht, ohne Wissen ist kein Aufbau von sozialen Strukturen möglich, ohne Wissen gibt es keine gesellschaftliche Fortentwicklung. Aber auch der Einbruch in ein Kunstmuseum ist nicht ohne Rückgriff auf ein spezialisiertes Wissen denkbar.

So elementar Wissen ist, so vielfältig sind seine Funktionen und so vielfältig ist seine Verteilung innerhalb der Gesellschaft. Nichtsdestotrotz wurden vielfach Tendenzen diagnostiziert, die Wissen auf eine bestimmte hegemoniale Funktion festlegen. So diskutierte bereits Marx in seinem sogenannten Maschinenfragment Wissen als „unmittelbare Produktivkraft“ (Marx 2021/1939: 602), die – manifestiert in Maschinen – als „vergegenständlichte Wissenskraft“ (ebd.) maßgeblich an der Güterproduktion beteiligt sei. Eine solche Zuspitzung des Wissens auf dessen Nützlichkeit für den gesellschaftlichen Wertschöpfungsprozess hatte im Laufe des 20. Jahrhunderts eine besondere Brisanz.

Diese Brisanz ist bis heute ungebrochen. Besonders deutlich tritt sie in der Diskussion über die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaften und Künste für die Produktion von Wissen zutage. Zentral in diesen Diskussionen ist der Streitpunkt, inwiefern die Wissenschaften und Künste diesem Nützlichkeitsimperativ entsprechen bzw. zu entsprechen haben. Oder ob nicht gerade sie Orte sind/sein können, an denen die Nützlichkeit dieses Nützlichkeitsimperativs reflektiert werden kann und Raum für andere Formen des Wissens geboten wird.

Ziel des Seminars ist es, den Studierenden einen Einblick zu geben in Diskurse zu der gesellschaftlichen Bedeutung von Wissen. Sie sollen befähigt werden, vorgestellte Konzepte einordnen und kritisch reflektieren zu können. Neben dem Lesen und gemeinsamen Diskutieren von Textauszügen sind wenige kleinere (auto)-ethnographische Übungen angedacht, um für die Rolle des Wissens in unseren alltäglichen Umwelten zu sensibilisieren. Ein besonderes Augenmerk auf die Rolle des Wissens in den Künsten ist eingeplant.

In dem Modul „Reflexionen künstlerischen Forschens und Designforschens“ geht es nicht um die Ausführung künstlerischer Forschung, sondern um grundlegende Überlegungen über ihre theoretischen Grundlagen und künstlerischen Vorannahmen. Aus der unübersichtlichen und vielstimmigen Debatte dazu werden einzelne Positionen und Statements verhandelt und im Hinblick auf das eigene Tun forschender Studierender thematisiert. Ausdrücklich geht es hier um Kunst- und Designforschung und um ihr Verhältnis zueinander

Gäste können auf diesen Kurs nicht zugreifen. Melden Sie sich bitte an.