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[D]
Propaganda, ursprünglich aus der katholischen Glaubenslehre des 17. Jahrhunderts stammend (propaganda fide – Verbreitung des Glaubens), bezeichnet heute sämtliche Formen der Einflussnahme auf und der Formung von öffentlicher Wahrnehmung – sei es in religiöser, politischer, sozialer oder kultureller Hinsicht. Dabei ist festzustellen, dass die in den vergangenen 100 Jahren weitgehend negative Färbung des Begriffes seit ca. zehn Jahren schleichend durch eine positive Umwertung desselben ersetzt wird. So gilt es heute als weitgehend normal und auch legitim, dass in einer politischen Debatte, etwa zu einer Abstimmung, inhaltlich nachweisbar falsche Argumente eingesetzt werden, sofern sie den eigenen Zwecken dienen. Der Informationskriegt ist längst in der Zivilgesellschaft angekommen. Das hat Konsequenzen, auch für die Künste. Denn letztere waren und sind besonders geeignet, mittels ästhetischer Strategien politische Inhalte zu transportieren und die öffentliche Meinungsbildung in einer Gesellschaft zu beeinflussen. Was bedeutet nun eine solche Indienstnahme der Künste zu Propaganda-Zwecken für die Künste selbst? Haben sie einen Wahrheits-Anspruch, eine Verpflichtung, eine Verantwortung? Diesen Fragen geht das Seminar nach, begleitet von einer historischen Einordnung der aktuellen Entwicklungen wie auch einem Ausblick auf nahe Zukunft, die Rolle der Digitalisierung, von Social Media und Plattform-Logiken. Dabei stehen neben theoretisch-analysierenden Texten immer auch praktische Beispiele aus den Künsten im Fokus.

[E]
Propaganda, originally derived from 17th-century Catholic doctrine (propaganda fide – spreading the faith), today refers to all forms of influencing and shaping public perception – be it religious, political, social, or cultural. It should be noted that the largely negative connotation of the term over the past 100 years has been gradually replaced by a positive reinterpretation over the past ten years. Thus, it is now largely considered normal and legitimate to use demonstrably false arguments in a political debate, such as a vote, as long as they serve one's own purposes. The information war has long since entered civil society. This has consequences, including for the arts. The arts were and are particularly well-suited to conveying political content through aesthetic strategies and influencing public opinion formation in a society. What does such a use of the arts for propaganda purposes mean for the arts themselves? Do they have a claim to truth, an obligation, a responsibility? The seminar explores these questions, accompanied by a historical contextualization of current developments and a look ahead into the near future, the role of digitalization, social media, and platform logic. In addition to theoretical and analytical texts, the focus is always on practical examples from the arts.

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